Wissenswertes
Glossar: Fachbegriffe aus Textildruck und Stickerei
Kurz erklärt, was die Begriffe bedeuten, die Ihnen in Angeboten, Datenblättern und Beratungsgesprächen begegnen. Fehlt ein Begriff? Sagen Sie uns Bescheid, wir ergänzen ihn.
Druckverfahren
DTG – Direct to Garment. Direktdruck auf Textil: Ein Tintenstrahldrucker bringt Pigmenttinte direkt in die Faser. Weicher Griff, weil keine Schicht aufliegt. Stärke bei Baumwolle und fotorealistischen Motiven. Bei Weißtinte ist eine Vorbehandlung erforderlich.
DTF – Direct to Film. Folientransferdruck: Das Motiv wird spiegelverkehrt auf eine Folie gedruckt, mit Klebepowder versehen, geschmolzen und mit der Transferpresse aufs Textil gepresst. Funktioniert auf Baumwolle, Polyester, Mischgewebe und Nylon, ohne Vorbehandlung. Transfers sind lagerfähig.
DTE – Direct to Embroidery. Druck auf Stickerei: Es wird mit weißem Garn gestickt, anschließend werden alle Farben digital darauf gedruckt. Ein Kamerasystem erkennt die Position der Blanko-Stickerei automatisch. Erspart die Lagerhaltung vieler Garnfarben.
Sublimation. Die Farbe geht unter Hitze gasförmig in die Polyesterfaser über – waschfest und ohne fühlbare Schicht. Für Polyester und beschichtete Objekte, nicht für Baumwolle und nicht für dunkle Textilien.
Siebdruck. Farbe wird durch ein Sieb auf das Textil gerakelt, je Farbe ein Sieb. Wirtschaftlich ab größeren Auflagen mit wenigen Farben.
Rund um den Druck
Pretreatment / Vorbehandlung. Flüssigkeit, die vor dem DTG-Druck aufgebracht wird, damit die Weißtinte ihre Deckkraft erreicht und nicht in die Faser wegsackt.
Powder / Klebepulver. Das Bindemittel im DTF-Verfahren, wird auf die feuchte Tinte aufgebracht und unter Hitze zur Haftschicht geschmolzen. Powder und Kleber bezeichnen dasselbe.
Shaker. Verteilt im DTF-Prozess das Powder gleichmäßig, saugt den Überschuss ab, führt ihn zurück und schmilzt das Pulver auf.
Transferfolie / DTF-Folie. Der Träger, auf den beim DTF-Verfahren gedruckt wird – als Rolle oder Blattware, für Kalt- oder Warmabzug.
Finishing Fluid. Schutzschicht, die dot-for-dot über das fertige Motiv gedruckt wird und die Waschbeständigkeit erhöht. Beim Brother GTX600 Enhanced belegen zwei der sechs Druckköpfe diese Funktion.
Platen / Druckplatte. Die Aufnahme, auf die das Textil im DTG-Drucker gespannt wird. Wechselplatten gibt es in vielen Formaten.
Fixierung. Der Hitzeschritt, der die Tinte waschbeständig macht. Für Brother-DTG: 180 °C für 35 Sekunden mit der Presse oder 160 °C für 3,5 Minuten im Durchlauftrockner.
Pressen und Trockner
Transferpresse. Überträgt Motive mit Hitze, Zeit und Druck. Auch Thermopresse, Heißpresse oder Textilpresse genannt.
Planpresse. Flache Heizplatte für flach liegende Textilien – die Standardbauart.
Doppelplattenpresse. Zwei Arbeitsplätze: Während eine Platte presst, wird die zweite bestückt.
Kappenpresse. Gewölbte Heizplatte, die der Form von Caps und Mützen folgt.
Tassenpresse. Beheizte Manschetten, die sich an den Durchmesser von Tassen anlegen.
Durchlauftrockner / Trockenkanal / Tunneltrockner. Drei Namen für dieselbe Bauart: eine beheizte Kammer, durch die das Textil auf einem Band läuft. Fixiert berührungslos und kontinuierlich.
Zwischentrockner. Trocknet im Siebdruck eine Farbschicht so weit an, dass die nächste sauber aufliegt.
Stickerei
Tubular. Das Besticken geschlossener Teile wie Ärmel, Hosenbeine oder Beutel. Der Freiarm fährt in das Textil hinein, sodass nur die obere Lage bestickt wird.
Bordürenrahmen / Border Frame. Langer, schmaler Rahmen für durchgehende Muster und lange Schriftzüge – etwa an Tischwäsche, Vorhängen oder Fahnen.
Stickrahmen / Hoop. Hält das Textil während des Stickens in Spannung. Ohne gleichmäßige Spannung verzieht sich das Stichbild.
Magnetrahmen. Spannt per Magnetkraft statt per Schraube: schneller, ohne Rahmenabdruck und schonender für empfindliche und dicke Materialien.
Einkopf / Mehrkopf. Einkopfmaschinen besticken ein Teil – flexibel für Einzelstücke. Mehrkopfmaschinen sticken dasselbe Motiv gleichzeitig auf mehreren Teilen.
Nadelzahl. Jede Nadel führt eine Garnfarbe. Mehr Nadeln bedeuten weniger Garnwechsel. Üblich sind 12, 18 oder 24.
Nadelsystem DBxK5. Das System der Industriestickmaschinen – größeres Öhr und ausgeprägtere Hohlkehle als Nähmaschinennadeln, beides schont das Garn.
Kugelspitze (SUK, SES). Nadelspitze, die Maschen verdrängt statt sie zu durchstechen – Pflicht bei Maschenware. Eine scharfe Nadel (R) schneidet Maschen an; die Löcher zeigen sich erst nach einigen Wäschen.
Garnstärke 40 / 120/2. Der Industriestandard beim Stickgarn. Dazu passt üblicherweise die Nadelstärke 75. Stärke 60 für feine Schriften, 30 für kräftige Motive.
Satinstich / Plattstich. Dicht nebeneinanderliegende Stiche für Buchstaben und schmale Flächen. Faustregel: unter etwa 1,5 mm Breite instabil, über 8 bis 10 mm werden die Fäden zu lang.
Tatami / Füllstich. Kurze Stiche in versetzten Reihen für Flächen ab etwa 10 mm. Verteilt die Spannung gleichmäßig und verhindert Wellen.
Unterlage / Underlay. Wenige Stiche vor der eigentlichen Stickerei, die das Textil am Vlies fixieren. Zentrierunterlage unter Satinstichen, Gitterunterlage unter Füllflächen. Fehlende Unterlage ist die häufigste Ursache für verzogene Motive.
Zugausgleich / Pull Compensation. Ausgleich dafür, dass der Faden das Textil zusammenzieht. Ohne ihn wird aus einem gestickten Kreis ein Oval.
Stichdichte. Der Abstand zwischen den Stichen. Zu dicht belastet Nadel und Textil, zu locker lässt den Untergrund durchscheinen.
Vlies / Stickvlies. Stabilisiert das Textil beim Sticken. Reißvlies für Gewebe, Schneidvlies für dehnbare Maschenware, wasserlösliches Vlies für Tüll und als Deckvlies auf Frottee.
Unterfadenspule. Der Faden, der von unten die Stiche verriegelt. Auf der Rückseite eines sauberen Satinstichs sollte etwa ein Drittel Unterfaden zwischen zwei Dritteln Oberfaden sichtbar sein.
Fadenspannungsmessgerät. Misst Ober- und Unterfadenspannung objektiv statt nach Gefühl. Die digitale TOWA-Ausführung zeigt mN von 0 bis 4.500 und gF von 0 bis 600.
Punchen / Punchsoftware. Das Umsetzen einer Grafik in ein Stickprogramm: Stichrichtungen, Stichdichte, Reihenfolge, Unterlagen und Zugausgleich. Software dafür: BasePac, EPCwin, PE-Design, Wilcom.
ITCU – Instant Thread Coloring Unit. Gerät von Coloreel, das Stickgarn direkt in der Maschine einfärbt. Statt viele Garnfarben zu lagern, wird ein weißes Garn im Prozess eingefärbt – auch mit Verläufen.
Applikation / Patch. Aufgesetztes Stoffstück, das aufgestickt wird. Spart Stiche bei großen Flächen. Zugeschnitten wird mit Laser oder Schneidplotter.